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Damit Europa blühe ...
Licht auf die Schatten der Vergangenheit!

Der Textband zur Tagung liegt nunmehr vor.
Er kann für 15 Euro zuzüglich Versandkosten bestellt werden bei:
hildegard.knecht@ev-akademie-boll.de
oder per Fax: 0 71 64 79- 5 224

Das Editorial und das Inhaltsverzeichnis geben einen Überblick.

Editorial

Dierk Schäfer, Bad Boll


Damit Europa blühe ... Der Streit um das Mahnmal für die Vertriebenen, sei es in Berlin oder sonst wo, belegt, wie schwierig der zweite Teil deutscher „Vergangenheitsbewältigung“ ist, wenn sie als deutsche Vergangenheitsbewältigung inszeniert wird.

Beim ersten Teil ging es um Erkenntnis und Anerkenntnis von Verbrechen in deutschem Namen und durch Deutsche, und damit um die Übernahme der Verantwortung durch den Staat und die Staatsbürger in der Rechtsnachfolge des Dritten Reichs. Es ging um den lan-gen Weg zurück in die Gemeinschaft der zivilisierten Nationen. Erschwert war er durch die Täterschaft oder Mitläuferschaft eines Teils der Deutschen und durch die Verweigerung der Verantwortungsübernahme auch durch einen Teil der Nachgeborenen. Was bei beiden Gruppen schwerer gewogen hat, entzieht sich der trennscharfen Beurteilung: War es die Scham, der man sich nicht stellen wollte oder waren es ganz schnöde die Kosten für „Wie-dergutmachung“?

Dennoch: Deutschland ist einen Weg gegangen, den andere Nationen mit beschämenden Phasen in ihrer Geschichte bis heute noch nicht angetreten haben. Einschränkend ist zu sagen, dass auf diesem Weg einige Opfergruppen am Rande liegen geblieben sind. Wer keine pressure-group hinter sich hatte, keine Sympathisanten mit Einfluss auf die Medien, der wartet zum Teil noch heute auf die Anerkennung des erlittenen Unrechts. Es gibt also durchaus noch einiges zu tun für den ersten Teil deutscher Vergangenheitsbewältigung.

Doch das kann kein hinreichender Grund sein, nicht mit dem zweiten Teil zu beginnen. Hier geht es um die Leiden – vornehmlich – der Zivilbevölkerung, um Vertreibung, Vergewalti-gung und Bombenkrieg. Eine solche Vergangenheitsbewältigung stößt auf verschiedenerlei Widerstand. Es geht dabei um den Verdacht, hier solle Unrecht gegen Unrecht aufgerechnet werden, es geht um die Furcht vor Wiedergutmachungsforderungen bis hin zur Angst, die Landkarte Europas solle revidiert werden.

Darum darf es nicht allein ein deutscher Weg der Vergangenheitsbewältigung sein. Ein Blick auf die Geschichte Europas zeigt, dass sie über weite Strecken sehr blutig gewesen ist, wenn auch das deutsche Kapitel im 20. Jahrhundert einen besonderen Kulminationspunkt darstellt. Wenn Europa zusammenwachsen soll und zusammenwachsen will, müssen wir gemeinsam und nicht gegeneinander diese ganze Geschichte ins Auge fassen. Davon han-delt dieser Tagungsband.



INHALTSVERZEICHNIS Seite
Dierk Schäfer Damit Europa blühe … Licht auf die Schatten der Vergangenheit 7
Prof. Dr. Hartmut Radebold Transgenerationelle Weitergabe traumatischer Erfahrungen – dargestellt am Beispiel der Kriegskinder des zweiten Weltkrieges 11
Dr. Gisela Perren-Klingler Trauma und Neubeginn 23
Frank Weber Damit die Seele Ruhe finde vor dem Ende Kriegserfahrungen und Seelsorge 35
Christoph Heuer Wenn Sprache versagt, geht’s dann vielleicht mit Bildern? 57
Dr. Heinz Nawratil Das Schwarzbuch der Vertreibung – die Geschichte eines Themas 73
Stefan Wolle „Die Russen kommen!“ Kollektive und individuelle Erinnerungen an den Einmarsch der Roten Armee im Jahre 1945 87
Dr. habil. Witold Stankowski Gemeinsame Lagerschicksale Polen und Deutsche unter totalitären Staatssystemen … aus der Sicht eines polnischen Historikers 101
Dr. Gustav Bekker Gemeinsame Lagerschicksale Polen und Deutsche unter totalitären Staatssystemen … aus der Sicht eines deutschen Zeitzeugen 119
Dr. Thomas Thun Die ausgeblendete Vergangenheit - – ein tschechisches oder ein europäisches Problem 131
Hans-Joachim Lenz Da werden Männer zu Hyänen – aber warum? 155
Dr. Robert Maier Die Waffen nieder! Die Aufgabe internationaler Schulbuch- Kommissionen für Vergangenheit und Zukunft 179
Dr. Hubert Schneider Nationale Kulturen und europäische Identität. Gegenwart und Vergangenheit der deutsch- Polnischen Beziehungen. Ein Bericht aus der Praxis 195
Prof. Dr. Bernhard Giesen Europäische Identität und transnationale Öffentlichkeit. Eine historische Perspektive 205
Workshop-Beiträge
Dr. Helga Spranger Überlegungen zu Trauma, Traumaverarbeitung und deren transgenerationale Folgen; dazu einige neue Forschungsergebnisse 229
Dr. Herta Betzendahl Psychotherapie lange zurückliegender Traumen 251
Johannes Kube Wunden traumatischer „Erinnerung“: Keine alltägliche Problemskizze aus der kultur-bezogenen Arbeit mit einem kriegstraumatisch betroffenen Studenten aus Afrika 271
Anhang
Nikko Schott Zum Abschied 289
Programm der Tagung
Programm des Workshops


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