Verschiedene Veranstaltungen widmen sich dem Thema Kriegstraumatisierung.
Über Kriegsflüchtlinge und über immer noch an den Traumen des 2. Weltkrieges leidende Menschen werden wir in unserer Berufspraxis damit konfrontiert.
Zusätzlich erleben wir ganz aktuell, welche Unruhe, Ängste, Wut und körperlichen Beschwerden der weit weg von hier stattfindende Irak-Krieg bei Kindern, Patienten und uns selbst auslöst.
Krieg hat massive Folgen, insbesondere für Kinder. Anders als Erwachsene sind sie nicht in der Lage, das militärische Geschehen in einen politischen Zusammenhang zu bringen. Sind schon Erwachsene mit der Verarbeitung von Erlebnissen wie Bombardierung, Lebensbedrohung, Flucht und Verfolgung überfordert, trifft dies auf Kinder noch mehr zu. Sie sind einerseits unmittelbar von den Kriegsgräueln betroffen, haben aber weniger körperliche und psychische Kräfte, um die Katastrophe durchzustehen. Sie erleben andererseits den Verlust des Schutzes der elterlich Fürsorge. Ihre Eltern können ihnen Sicherheit und Geborgenheit nicht mehr geben, weil sie selbst mit Existenzbedrohung und Angst kämpfen.
In ihrer Not, sich das Unverstehbare begreifbar zu machen, entwickeln Kinder Vorstellungen eigener Schuld an diesem Geschehen. Sie bauen Rachephantasien auf, stumpfen seelisch ab, entwickeln eine Vielzahl von Symptomen (Albträume, sich aufdrängende Schreckensbilder, Angstzustände, Wutanfälle, körperliche Krankheiten, ...), verlieren den Lebensmut und die Grundüberzeugung, dass das Leben verstehbar abläuft.
Wie sollen wir Kinder unterstützen, positive Vorstellungen von Recht, Unrecht und Gerechtigkeit zu entwickeln, wenn sie erleben, wie politische Führer, „die Starken“, sich über alles geltende Recht einfach hinweg setzen?
Flucht und Vertreibung, Asyl in der Fremde, Rückkehr in verwüstete Heimat traumatisiert Kinder und Erwachsene in den vielen Kriegsgebieten der Erde.
Im Rahmen der Tagung wurde auch das lange übergangene Leid der „deutschen Kriegskinder“ und der nachfolgenden Generationen thematisiert. Lebenslang sind viele der Betroffenen belastet durch die nicht heilenden Wunden des 2. Weltkrieges. Noch heute - fast 60 Jahre danach - äußern sich die Traumafolgen in Form von Depressionen, Schlafstörungen und vielfältigen körperlichen Erkrankungen.
Erstunterzeichner:
Aurora, Elka, Musiktherapeutin, Wiesbaden; Framhain, Gisela, psychologisch Psychotherapeutin, München; Dr.
Frenzel, Katja, Ärztin, Rostock; Dr. Gerhold, Beate, FÄ Neurologie u. Psychiatrie- Psychotherapie,
Frankfurt/M.; Dr. Grönewald, Gisela, FA Neurologie und Psychiatrie, Berlin; Grote, Hildegard, Vachendorf;
Dr. Hübner, Barbara, FA Kinder- u. Jugendpsychiatrie, FA Psychotherapeutische Medizin, Kiel; Kaufmann,
Jörg-Mojan, FA Psychotherapeutische Medizin, Marienheide; Dr. Kjer, Gabi, FA Psychotherapeutische Medizin,
Fischen; Dr. Kötscher, Dagmar, Spezialärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, CH Heiden; Kröger,
Ulrike, Kinder- und Jugendlichen- Psychotherapeutin, Bielefeld; Matt-Windel, Susanna, Sozial Pädagogin,
Gütersloh; Dr. Miethge, Wolfgang, Diplom Psychologe- Psychotherapie, Frankenhofen; Oehler, Adelheid,
Ärztin- Psychotherapie, Ettlingen; Dr. Overhof, Barbara, FA Neurologie u. Psychiatrie- Psychotherapie,
Paderborn; Raderbaumer, Inge, FÄ Psychiatrie, München; Raible, Roland, Diplom Psychologe, Ass. des
Lehramtes, Psychotherapeut, Wangen; Dr. Reddemann, Luise, FÄ Psychotherapeutische Medizin, Bielefeld;
Reimann, Sabine, Diplom Psychologin, Tübingen; Dr. Schade, Maria, FÄ Psychiatrie- Psychotherapie-
Psychoanalyse, Leipzig; Schwannecke, Marion, Ärztin- Psychotherapie, Lüneburg; Dr. Voss, Renate, FÄ
Neurologie u. Psychiatrie, Düsseldorf; Weiser, Regina, Psychotherapeutin, Bochum; Will, Sabine, praktische
Ärztin - Psychotherapie, Berlin; Dr. Windel, Klaus, FA Psychotherapeutische Medizin, FA Innere Medizin,
Gütersloh
V.i.S.d.P: J.-M. Kaufmann, Auf den Steinen 3, 51709 Marienheide
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